Wisdom Audio · Serie

Wisdom Audio Verstärker: zwei, drei oder acht Kanäle, mit oder ohne DSP

Zwei Linien, drei Kanalzahlen

Diese Reihe umfasst sieben Endstufen, und sie ordnen sich nach zwei Fragen. Die erste ist die Kanalzahl: zwei, drei oder acht. Die zweite ist die Signalverarbeitung: mit DSP an Bord oder ohne. Daraus ergeben sich Paare, die sich nur in diesem Punkt unterscheiden, und eine kompakte achtkanalige Ausführung mit DSP. Aufgeführt ist die Reihe in fünf Bereichen. Im Bereich „Heimkino-Verstärker" und im Bereich „Mehrkanal-Verstärker" steht sie, weil die drei- und achtkanaligen Ausführungen genau dafür gebaut sind. Im Bereich „Stereo-Verstärker" steht sie, weil die zweikanalige Ausführung das ist. Im Bereich „Subwoofer-Verstärker" steht sie, weil sich ein Kanal auch für einen passiven Subwoofer verwenden lässt. Und im Bereich „DSP/EQ-Verstärker", weil vier der sieben eine digitale Weiche mit Entzerrung, Verzögerung und Pegel mitbringen. Was diese Reihe nicht enthält, gehört zur Einordnung: Es sind reine Endstufen ohne eigene Quellen, ohne Bedienteil am Gerät und ohne Raumkorrektur für eine ganze Anlage. Die Vorstufe oder der Prozessor bleibt deshalb eine eigene Position in jeder Geräteliste. Wer eine Anlage dieser Marke plant, plant beides zusammen: die Verarbeitung des Signals und die Leistung für die Lautsprecher. Diese Reihe deckt dabei nur den zweiten Teil ab.

Leistung und Kanäle

Die Leistungsangaben folgen der Kanalzahl. Die zwei- und die dreikanalige Ausführung nennen 500 Watt je Kanal an 4 Ohm als Dauerleistung. Dazu nennt der Hersteller einen Klirrfaktor unter 0,5 Prozent und eine Bandbreite der Nennleistung von 20 Hertz bis 20 Kilohertz. Die achtkanalige Ausführung nennt 400 Watt an 4 Ohm und 200 Watt an 8 Ohm je Kanal. Der Übertragungsbereich reicht dort von 5 Hertz bis 45 Kilohertz, mit plus 0 und minus 0,5 Dezibel. Die kompakte achtkanalige Ausführung mit DSP nennt 250 Watt an 4 Ohm und 125 Watt an 8 Ohm. Der Wirkungsgrad liegt bei den zwei- und dreikanaligen Ausführungen bei rund 90 Prozent, und der Hersteller nennt dazu ausdrücklich eine geringe Abwärme. Alle Ausführungen sind stapelbar und haben einen Trigger-Ein- und -Ausgang. Eine Angabe fehlt bei den kleineren Ausführungen und sei hier offen genannt: Der Hersteller führt dort nur die Leistung an 4 Ohm. Was an 8 Ohm zur Verfügung steht, ist nicht veröffentlicht und bei einem Projekt mit solchen Lautsprechern beim Hersteller zu erfragen. Bei den achtkanaligen Ausführungen sind beide Lasten dagegen vollständig angegeben. Für den Vergleich zweier Ausführungen ist die Impedanz deshalb immer mitzulesen.

Mit DSP oder mit externer Weiche

Der wichtigste Unterschied dieser Reihe betrifft nicht die Leistung, sondern die Weiche. Die Ausführungen mit DSP bringen nach Herstellerangabe eine digitale Aktivweiche mit Verzögerung, Verstärkung und Entzerrung mit; bei der kompakten achtkanaligen Ausführung ist die Abstimmung je Kanal möglich. Die Ausführungen ohne DSP brauchen eine externe Weiche, und das ist keine Nebenbemerkung: Lautsprecher, die aktiv mit getrennten Wegen betrieben werden, sind ohne Weiche nicht anschließbar. Diese Entscheidung gehört deshalb vor die Auswahl der Endstufe und nicht danach. Bei den Ausführungen mit DSP nennt der Hersteller zusätzlich eine Dante-Schnittstelle: bei der zwei- und der dreikanaligen als Ausgang, bei der achtkanaligen als Eingang. Beide Angaben stehen hier unverändert. Daraus ergibt sich eine Reihenfolge, die sich in der Praxis bewährt. Zuerst stehen die Lautsprecher und ihre Wege fest, dann die Zahl der nötigen Kanäle. Danach folgt die Frage nach der Trennung und erst zuletzt die Ausführung der Endstufe. Wer umgekehrt beginnt, legt die Leistung fest, bevor klar ist, wie viele Kanäle überhaupt gebraucht werden. Ein Lautsprecher mit zwei getrennten Wegen belegt zwei Kanäle und nicht einen.

Zwei Höheneinheiten, stapelbar

Für die Technikplanung sind die Maße erfreulich einheitlich. Alle Ausführungen messen 432 Millimeter in der Breite und 347 Millimeter in der Tiefe; die Höhe beträgt 86 Millimeter, bei den beiden großen achtkanaligen Ausführungen 89 Millimeter. Das sind zwei Höheneinheiten je Gerät, und das Gewicht liegt bei den zwei- und dreikanaligen Ausführungen bei rund 19 Kilogramm. Der Hersteller nennt die Geräte stapelbar, was bei rund 90 Prozent Wirkungsgrad und geringer Abwärme möglich ist. Für die achtkanaligen Ausführungen nennt er einen Betriebstemperaturbereich von 5 bis 35 Grad; das ist eine engere Spanne als bei vielen Endstufen und gehört bei einem Technikraum ohne Klimatisierung beachtet. Gefertigt werden mehrere Ausführungen nach Herstellerangabe in den USA. Die mediacraft AG führt diese Reihe im Programm. Zum Standort gehören noch zwei Angaben. Die Trigger-Anschlüsse erlauben eine Einschaltreihenfolge über mehrere Geräte hinweg, was bei vier Endstufen an einem Stromkreis den Einschaltstrom verteilt. Und die geringe Bautiefe von 347 Millimetern erlaubt einen flacheren Schrank als viele Endstufen dieser Leistung. Beides wirkt sich unmittelbar auf den Technikraum aus.