SW-1 DSP Subwoofer-Verstärker
Subwoofer-Verstärker mit integriertem DSP (1 Kanal)
Dieser Verstärker ist für eine einzige Aufgabe gebaut, und das ist der Grund, warum er sie gut löst: Er treibt einen Subwoofer an und bringt die Signalverarbeitung dafür mit. Nach Herstellerangabe ist er auf die Subwoofer derselben Marke abgestimmt, also auf die Modelle mit der Regenerative Transmission Line. Geführt wird er in drei Bereichen: „Subwoofer-Verstärker", „Heimkino-Verstärker" und „DSP/EQ-Verstärker", weil er zu allen drei Bereichen zugleich gehört. Ein Kanal heißt dabei wörtlich ein Kanal: Für jeden Subwoofer in einem Raum ist ein eigenes Gerät vorzusehen. Das klingt nach Aufwand und hat einen Vorteil, der in Kinoräumen zählt: Jeder Subwoofer wird einzeln entzerrt, verzögert und im Pegel gesetzt, und genau das verlangt eine Anlage mit mehreren Subwoofern. Einzuordnen ist dieses Gerät damit nicht als Zubehör, sondern als zweite Hälfte eines Subwoofers. Sieben der acht Subwoofer der Reihe sind passiv, und ohne eine Endstufe mit Signalverarbeitung bleiben sie stumm. Geplant wird deshalb immer das Paar und nicht das Einzelteil. Ein Kanal je Gerät ist dabei keine Sparmaßnahme, sondern die Voraussetzung dafür, dass jeder Subwoofer einzeln abgestimmt werden kann. Bei zwei oder drei Subwoofern in einem Raum ist genau das der Unterschied, den man hört.
Die Leistung gibt der Hersteller mit 450 Watt an 4 Ohm als Dauerleistung bei 230 Volt an; bei 120 Volt nennt er 370 Watt. Für den europäischen Betrieb gilt damit der höhere Wert, und das ist eine angenehme Ausnahme bei einem Gerät aus dem nordamerikanischen Raum. Die Bandbreite der Nennleistung reicht nach Herstellerangabe von 20 Hertz bis 20 Kilohertz bei weniger als einem Prozent Klirrfaktor, und der Wirkungsgrad des Verstärkers liegt bei 90 Prozent. Eine Angabe fehlt und gehört genannt: Die Leistung ist ausschließlich für 4 Ohm angegeben. Für Subwoofer mit 8 Ohm, die es in derselben Reihe gibt, liegt kein Wert vor; diese Angabe ist vor einer Auslegung einzuholen. Die Impedanz ist mit 4 Ohm angegeben. Zu bedenken ist dabei, dass diese Angabe eine Dauerleistung ist und keine Spitze. Die Subwoofer der Reihe nennen umgekehrt Spitzenwerte von 450 bis 5000 Watt, und beide Zahlen sind nicht unmittelbar vergleichbar. Für die Auslegung gehört deshalb das Paar aus Subwoofer und Endstufe betrachtet und nicht eine Zahl allein. Für die Auswahl heißt das, die Angabe des Subwoofers und die des Verstärkers gemeinsam zu lesen und die Impedanz dabei nicht zu übersehen.
Die Signalverarbeitung ist der eigentliche Grund für dieses Gerät. Der Hersteller nennt einen DSP mit Entzerrung, Verzögerung und Pegeleinstellung sowie einen Assistenten für die Einrichtung. Damit lässt sich ein Subwoofer auf den Raum und auf die übrigen Lautsprecher abstimmen, ohne dass der Prozessor der Anlage diese Arbeit übernehmen muss. In einer Anlage mit mehreren Subwoofern ist das der Unterschied zwischen gleichmäßigem und ungleichmäßigem Tiefton: Jeder Subwoofer bekommt seine eigene Verzögerung, weil er einen anderen Abstand zur Sitzposition hat, und seine eigene Entzerrung, weil er an einer anderen Stelle im Raum steht. Diese Einstellungen entstehen bei der Inbetriebnahme und gehören in die Dokumentation, denn sie sind das Ergebnis einer Messung und nicht eine Werkseinstellung. Zu beachten ist außerdem, wo entzerrt wird. Wenn der Prozessor der Anlage ein eigenes Bassmanagement mitbringt und dieser Verstärker ebenfalls entzerrt, entstehen zwei Stellen mit Einfluss auf denselben Subwoofer. Festzulegen ist deshalb vor der Inbetriebnahme, welche der beiden Stellen die Entzerrung übernimmt. Der Assistent, den der Hersteller nennt, führt durch diese Einstellungen und ersetzt dabei keine Messung, sondern ordnet sie.
Vier Angaben zählen für die Technikplanung. Das Gehäuse misst 432 mal 44 mal 287 Millimeter und belegt damit eine Höheneinheit; mit 287 Millimetern Tiefe ist es flacher als die meisten Endstufen. Die Eingänge sind symmetrisch in XLR-Technik ausgeführt, und nach Herstellerangabe ist eine Anbindung über Dante als Option verfügbar. Ein Trigger-Eingang und ein Trigger-Ausgang erlauben eine gestaffelte Einschaltkette, was bei mehreren Geräten an einem Stromkreis zählt. Und die Rechnung mit der Höheneinheit gehört vollständig geführt: Drei Subwoofer in einem Kinoraum bedeuten drei dieser Verstärker und drei Höheneinheiten, dazu drei symmetrische Leitungen vom Prozessor. Geliefert wird dieser Verstärker in Deutschland und Österreich von der mediacraft AG. Was dieses Gerät nicht leistet, gehört dazu: Es treibt keine Lautsprecher außer Subwoofern an, es hat nur einen Kanal, und es ersetzt nicht den Prozessor einer Anlage. Es ist die Endstufe für genau eine Aufgabe, und darin liegt seine Stärke. Mit 287 Millimetern Tiefe passt dieses Gerät auch in einen Schrank, der für eine große Endstufe zu knapp wäre.