StormAudio · Serie

StormAudio PA Serie: achtkanalige und sechzehnkanalige Endstufen

Endstufen für die Prozessoren

Diese Reihe ist das Gegenstück zu den Prozessoren desselben Herstellers: reine Endstufen, nach Herstellerangabe auf die ISP-Prozessoren abgestimmt. Aufgeführt ist sie in drei Bereichen. Geführt wird sie in den Bereichen „Heimkino-Verstärker" und „Mehrkanal-Verstärker" sowie neben „AV-Receiver und AV-Prozessoren" als zugehörige Verstärkung. Zwei Ausführungen stehen zur Wahl: eine mit acht Kanälen in leistungsorientierter Auslegung und eine mit sechzehn Kanälen. Beide arbeiten in Class D mit der UMAC-Technik und übertragen nach Herstellerangabe von 10 Hertz bis 50 Kilohertz bei minus 3 Dezibel nach CEM. Beide teilen dasselbe Gehäuse mit drei Höheneinheiten, 49,1 mal 44,2 mal 13,27 Zentimetern und 21 Kilogramm. Das Netzteil ist bei beiden mit 3200 Watt bemessen. Für die Einordnung heißt das: Diese Reihe ist kein Zubehör, sondern die zweite Hälfte einer Anlage. Ein Prozessor ohne Endstufen gibt keinen Ton, und eine Endstufe ohne Prozessor hat kein Signal. Geplant werden deshalb beide gemeinsam, und zwar kanalweise. Die achtkanalige Ausführung nennt der Hersteller ausdrücklich als leistungsorientierte Ausführung für anspruchsvolle Lautsprecher und Subwoofer. Beide Ausführungen tragen damit dieselbe Grundlage und unterscheiden sich allein in der Verteilung der Leistung auf die Kanäle.

Acht oder sechzehn Kanäle

Die Wahl zwischen beiden Ausführungen ist keine Frage der Leistung je Kanal, sondern der Verteilung. Bei acht Kanälen nennt der Hersteller 200 Watt an 8 Ohm und 400 Watt an 4 Ohm, und zwar bei allen Kanälen gleichzeitig ausgesteuert und 0,1 Prozent Klirrfaktor. Bei sechzehn Kanälen gilt mit allen Kanälen ausgesteuert 200 Watt an 8 Ohm und 225 Watt an 4 Ohm. Werden nur acht Kanäle ausgesteuert, sind es 200 Watt an 8 Ohm und 400 Watt an 4 Ohm. Der Unterschied liegt also im Netzteil, das bei beiden mit 3200 Watt bemessen ist und sich bei sechzehn Kanälen auf doppelt so viele Verbraucher verteilt. Wer sechzehn Lautsprecher mit 4 Ohm dauerhaft gleichzeitig voll aussteuert, bekommt deshalb weniger als in der kleineren Ausführung. Zu bedenken ist dabei, dass beide Ausführungen dieselbe Leistung je Kanal an 8 Ohm abgeben. Der Unterschied zeigt sich erst an 4 Ohm und erst dann, wenn viele Kanäle gleichzeitig arbeiten. Für eine Anlage mit Lautsprechern zu 8 Ohm sind die beiden Ausführungen damit gleichwertig, und es zählt nur die Kanalzahl. Für Lautsprecher mit 4 Ohm gehört diese Rechnung deshalb vor die Auswahl der Endstufe und nicht danach.

Was gleichzeitig ausgesteuert wird

Diese Angaben lesen sich sperrig und sind der nützlichste Teil des Datenblatts, weil sie die Praxis beschreiben. In einem Kinoraum werden nie alle Kanäle dauerhaft gleichzeitig voll ausgesteuert: Die Frontlautsprecher tragen den Hauptanteil, die Deckenlautsprecher arbeiten in Spitzen, die Umgebungskanäle meist leise. Der Hersteller gibt deshalb Werte für beide Fälle an, für alle Kanäle und für acht Kanäle. Für die Auslegung heißt das, die anspruchsvollen Lautsprecher mit Blick auf den Wert bei voller Aussteuerung zu rechnen und die übrigen mit dem höheren. In der Praxis ist die sechzehnkanalige Ausführung damit für eine vollständige Kinoanlage richtig dimensioniert, während die achtkanalige dort sitzt, wo wenige Lautsprecher viel Leistung brauchen. Praktisch bewährt sich eine Aufteilung: die anspruchsvollen Kanäle auf eine achtkanalige Endstufe, die übrigen auf eine sechzehnkanalige. Damit bekommt jeder Lautsprecher die Leistung, die er braucht, und die Anlage ist in Abschnitten erweiterbar, ohne dass ein Gerät getauscht wird. Diese Aufteilung ist in Kinoräumen die Regel und nicht die Ausnahme, und sie ist zugleich die günstigere Lösung. Wer diese Aufteilung einmal durchrechnet, kommt in den meisten Kinoräumen auf eine sechzehnkanalige und eine achtkanalige Endstufe.

Brückenbetrieb mit 800 Watt

Beide Ausführungen lassen sich brücken. Der Hersteller nennt dafür vier Kanäle in Brückenbetrieb mit 800 Watt an 8 Ohm und ebenfalls 800 Watt an 4 Ohm, bei 0,1 Prozent Klirrfaktor. Damit wird aus einer achtkanaligen Endstufe eine vierkanalige mit 800 Watt, und das ist der Weg für Subwoofer oder für Frontlautsprecher, die Leistung verlangen. Dass der Wert an 8 und an 4 Ohm gleich ist, zeigt, wo die Grenze liegt: nicht in den Endstufen, sondern im Netzteil. Dazu kommen zwei Angaben für den Betrieb. Eine Netzwerkschnittstelle dient nach Herstellerangabe dem Monitoring, den Aktualisierungen und der Einbindung in Steuerungssysteme. Und ein Trigger-Eingang samt Ausgang erlaubt gestaffelte Einschaltketten, was bei mehreren Endstufen an einem Stromkreis wichtig ist. Zu beziehen ist die Reihe bei der mediacraft AG. Zwei Angaben bleiben zu nennen. Versorgt werden beide über ein Schaltnetzteil mit 100 bis 240 Volt; eine Länderausführung entfällt. Und das Gehäuse ist mit 49,1 Zentimetern einschließlich der Anschlüsse angegeben, also tiefer als die reinen Prozessoren derselben Plattform. Ein Trigger-Ausgang erlaubt außerdem, mehrere Endstufen in einer Kette zu schalten, ohne dass alle gleichzeitig Strom ziehen.