ISR Fusion 20
AV-Receiver mit 20 dekodierten Kanälen, davon 16 verstärkt, auf ISP Elite MK3 Plattform
Diese Reihe unterscheidet sich von den übrigen Prozessoren dieses Herstellers in einem Umstand, der eine ganze Anlage verändert: Die Endstufen sind eingebaut. Wo sonst ein Prozessor und zwei bis vier Endstufen in einem Rack stehen, steht hier ein Gerät mit vier Höheneinheiten. Dekodiert werden zwanzig Kanäle, verstärkt werden sechzehn davon, mit 150 Watt je Kanal an 8 Ohm und 300 Watt an 4 Ohm. Die Endstufen arbeiten nach Herstellerangabe mit Technik der Edge-Baureihe von ICEpower und werden mit niedrigen Rausch- und Verzerrungswerten angegeben. Geführt wird die Reihe im Bereich AV-Receiver und AV-Prozessoren, und hier passt die Bezeichnung Receiver auch im engeren Sinne: Verarbeitung, Verteilung und Verstärkung liegen in einem Gehäuse. Formate und Einmessung entsprechen denen der Prozessorreihen. Im Programm ist diese Reihe damit die Wahl, wenn der Platz die Grenze setzt und nicht die Kanalzahl. Sie steht auf derselben Plattform wie die Prozessoren des Herstellers, bringt aber die Verstärkung mit und verlangt dafür eine andere Stromplanung.
Die wichtigste Angabe dieser Reihe steht in zwei Zahlen, und beide gehören gelesen: zwanzig dekodierte Kanäle, sechzehn verstärkte. Vier Kanäle sind also vorhanden, aber nicht mit Leistung versorgt. In der Praxis sind das die Subwoofer: Ein Kinoraum mit zwei oder drei aktiven Subwoofern belegt genau diese Kanäle, und aktive Subwoofer brauchen keine Endstufe. Wer dagegen passive Subwoofer einsetzt oder sechzehn Lautsprecher plus vier weitere betreiben möchte, braucht für diese vier Kanäle eine zusätzliche Endstufe. Diese Rechnung gehört vor die Entscheidung. Sechzehn verstärkte Kanäle reichen für eine Anlage mit sieben Lautsprechern auf Ohrhöhe und sechs in der Decke, und es bleiben drei übrig. Für die große Mehrheit der Kinoräume in Wohnhäusern ist das die passende Größe. Zu bedenken ist dabei, dass die vier unverstärkten Kanäle keine Reserve für Lautsprecher sind. Wer sie für passive Lautsprecher nutzen will, braucht eine Endstufe davor. Als Ausgänge für aktive Subwoofer sind sie dagegen genau richtig, und so sind sie auch gedacht. Halten Sie die Aufstellung schriftlich fest, bevor etwas bestellt wird. Eine Liste mit zwei Spalten, verstärkt und unverstärkt, beantwortet die Frage in fünf Minuten und beendet sie dauerhaft.
Die Leistung gibt der Hersteller mit 150 Watt je Kanal an 8 Ohm und 300 Watt je Kanal an 4 Ohm an; zulässig sind beide Lasten. Das sind Werte, mit denen auch anspruchsvolle Einbaulautsprecher und Frontlautsprecher in einem Kinoraum ordentlich versorgt sind. Zwei Hinweise gehören dazu. Erstens gelten diese Angaben je Kanal; was bei sechzehn gleichzeitig angesteuerten Kanälen dauerhaft abgegeben wird, ist eine Frage der Stromversorgung und nicht der Endstufe. Zweitens ist die Impedanz der Lautsprecher je Kanal festzuhalten, weil sich die Leistung mit der Last verdoppelt. Für die Einmessung bringt die Reihe nach Herstellerangabe Dirac Live Active Room Treatment im Lieferumfang mit, dazu das Bassmanagement des Herstellers für mehrere Subwoofer. An Formaten sind Auro-3D, Dolby Atmos, DTS:X Pro und IMAX Enhanced genannt. Zu bedenken ist außerdem, dass die Einmessung bei einem Gerät mit eingebauten Endstufen dieselbe Arbeit ist wie bei getrennten Geräten. Sie gehört an das Ende des Innenausbaus, mit Messmikrofon, mehreren Messpunkten und einem Protokoll, und sie ist eine Leistung und kein Lieferumfang. Für die Auslegung der Lautsprecher heißt das, die Impedanz je Kanal festzuhalten und gegen die Angabe des Lautsprecherherstellers zu prüfen. Zwei parallel betriebene Lautsprecher an einem Kanal ergeben eine niedrigere Last und sind vorher zu rechnen.
Für die Technikplanung sind vier Angaben maßgeblich, und eine davon fällt aus dem Rahmen. Das Gehäuse misst 442 mal 174 mal 491 Millimeter, belegt also vier Höheneinheiten, und wiegt 16 Kilogramm. Mit 491 Millimetern ist es tiefer als die reinen Prozessoren dieses Herstellers, und das ist bei einem Rack mit knapper Tiefe die Angabe, die zuerst geprüft gehört. Die Versorgung läuft über ein Schaltnetzteil mit 100 bis 240 Volt. Zur Leistungsaufnahme nennt der Hersteller zwei Werte: 2500 Watt als Höchstwert nach CEA-490 und 400 Watt bei Maximalleistung. Beide Angaben stehen hier unverändert; für die Auslegung der Zuleitung ist der höhere maßgeblich, und ein Gerät dieser Art gehört nicht an eine Steckdosenleiste mit weiteren Verbrauchern. Zu beziehen ist die Reihe in Deutschland und Österreich bei der mediacraft AG. Zwei Angaben gehören noch dazu. Die Netzwerkanbindung dient nach Herstellerangabe der Einbindung in eine Steuerung, der Fernüberwachung und den Aktualisierungen. Und die Plattform ist dieselbe wie bei den Prozessorreihen, weshalb Formate, Einmessung und Bassmanagement übereinstimmen. Zwei Grenzen bleiben: mehr als sechzehn verstärkte Kanäle gibt es nicht, und passive Subwoofer brauchen eine zusätzliche Endstufe. Beides ist eine Frage der Planung und keine Einschränkung im Betrieb.