ISP Core 16
16-Kanal AV-Prozessor (Immersive Sound Processor) auf ISP Elite MK3 Plattform
Diese Reihe beantwortet eine Frage, die in jedem Heimkino-Projekt auftaucht: Wie viel Prozessor braucht ein Raum wirklich? Der Hersteller nennt für dieses Modell Audio-Performance und Wandlersektion als identisch mit der größeren Reihe. Was fehlt, ist nicht die Qualität, sondern die Erweiterbarkeit. Sechzehn Ausgänge in XLR-Technik sind fest eingebaut, und mehr werden es nicht. Geführt wird die Reihe im Bereich AV-Receiver und AV-Prozessoren, auch wenn sie keine Endstufen mitbringt: Sie ist eine Vorstufe, die Signale verarbeitet und verteilt, und die Verstärkung kommt von außen. Sechzehn diskrete Kanäle reichen für eine Anlage mit sieben Lautsprechern auf Ohrhöhe, vier in der Decke und mehreren Subwoofern, also für die Raumkonzepte, die in Wohnhäusern tatsächlich gebaut werden. Das Gehäuse belegt drei Höheneinheiten bei 8 Kilogramm. Für die Einordnung im Programm heißt das: Dieses Modell ist die Wahl für einen Raum, dessen Lautsprecherzahl feststeht. Es bringt nicht die kleinere Technik, sondern die festgelegte Kanalzahl, und dieser Unterschied gehört vor jede Beratung. Wer in fünf Jahren mehr Kanäle möchte, trifft hier eine Entscheidung, die sich nicht nachbessern lässt. Gemessen wird die Höhe ohne Montagewinkel und ohne Füße, was bei einer knappen Nische zu beachten ist.
Die feste Kanalzahl ist der Kern dieser Reihe und gehört vor jede Entscheidung. Der Hersteller nennt sie ausdrücklich als nicht erweiterbar: Es gibt keine Steckkarten, mit denen aus sechzehn Kanälen später vierundzwanzig werden. Wer heute zwölf Kanäle belegt und in fünf Jahren auf zwanzig gehen möchte, kauft dann ein anderes Gerät. Für die Planung heißt das, die Lautsprecherzahl einmal gründlich zu bestimmen und Reserve einzurechnen, und zwar nicht in Prozent, sondern in Kanälen. Zwei Subwoofer mehr und ein zweites Deckenpaar sind vier Kanäle, und dann sind die sechzehn schnell erreicht. Umgekehrt gilt: Wer sicher weiß, dass sein Raum bei sechzehn Kanälen bleibt, bekommt hier die Technik der größeren Reihe in einem kleineren Korpus. Die Ausgänge sind symmetrisch ausgeführt. Rechnen Sie außerdem die Kanäle für Subwoofer einzeln. In einem Raum mit drei Subwoofern sind das drei Kanäle; sie werden über das Bassmanagement des Herstellers gemeinsam abgestimmt, aber einzeln angesteuert. Genau hier wird die Grenze von sechzehn Kanälen in der Praxis erreicht und nicht bei den Lautsprechern auf Ohrhöhe. Halten Sie die Kanalliste deshalb schriftlich fest, bevor etwas bestellt wird.
An Formaten nennt der Hersteller Auro-3D, Dolby Atmos, DTS:X Pro und IMAX Enhanced. Damit sind die vier Verfahren abgedeckt, die in Heimkinos vorkommen, und zwar nicht in einer abgespeckten Fassung, sondern auf derselben Grundlage wie bei der größeren Reihe. Dazu kommen zwei Dinge, die den Klang in einem Raum mehr bestimmen als jedes Format. Das erste ist Dirac Live Active Room Treatment, nach Herstellerangabe im Lieferumfang. Das ist eine Einmessung, die nicht nur den Frequenzverlauf anpasst, sondern mit mehreren Lautsprechern gemeinsam gegen die Nachhallanteile des Raums arbeitet. Das zweite ist das Bassmanagement des Herstellers, mit dem mehrere Subwoofer gemeinsam auf den Raum abgestimmt werden. Beides gehört zur Inbetriebnahme und ist Arbeit, nicht nur Lieferumfang. Zu bedenken ist dabei, dass eine Einmessung den Raum nicht ersetzt. Ein Kinoraum mit harten Flächen und ohne Absorption klingt auch nach der Einmessung nach einem Raum mit harten Flächen. Was eine Einmessung leistet, ist das Herausrechnen dessen, was sich rechnerisch beheben lässt; alles andere ist Sache des Innenausbaus. Beides zusammen ist der Teil der Anlage, der nach dem Einbau am meisten Zeit kostet.
Für die Technikplanung sind vier Angaben maßgeblich. Erstens die Baugröße: 44,2 Zentimeter Breite, 40,22 Zentimeter Tiefe und 13,27 Zentimeter Höhe, also drei Höheneinheiten, ohne Montagewinkel und Füße gemessen. Zweitens das Gewicht von 8 Kilogramm, das für ein Gerät dieser Klasse gering ist. Drittens die Versorgung: 100 bis 240 Volt mit einem Schaltnetzteil, also ohne Variante für den jeweiligen Markt, bei einer Leistungsaufnahme von maximal 200 Watt. Viertens das Netzwerk: Der Hersteller nennt eine Anbindung für die Einbindung in eine Steuerung, für Fernüberwachung und für Aktualisierungen. Die Fernüberwachung ist dabei die Angabe mit dem größten praktischen Wert, weil ein Fachbetrieb damit eine Störung einordnen kann, ohne anzureisen. Die Reihe wird in Deutschland und Österreich von der mediacraft AG geliefert. Was diese Reihe nicht mitbringt, gehört dazu: Endstufen, Lautsprecher und die Bildtechnik. Sie ist die Mitte einer Anlage und nicht die Anlage, und eine Planung, die bei diesem Gerät beginnt, rechnet die Endstufen für sechzehn Kanäle von Anfang an mit ein. Eine Kinoanlage entsteht aus mehreren Gewerken, und dieses Gerät ist deren Mitte.