UA 2-125
Ultrakompakter 2-Kanal-DSP-Verstärker
Die meisten Verstärker scheitern nicht an der Leistung, sondern am Platz. Ein Gerät in voller Rackbreite verlangt einen Schrank, und den gibt es in einer Wohnung, in einem Hotelzimmer oder in einem Besprechungsraum oft nicht. Diese Reihe löst das über die Bauform. Der Korpus misst 136 mal 47,63 mal 208 Millimeter und wiegt rund anderthalb Kilogramm, passt also hinter einen Bildschirm, in ein Sideboard oder in eine Hohlraumdecke. Zur Befestigung ist eine T-Slot-Aufnahme vorgesehen, die mehrere Montagelagen erlaubt. Geliefert wird in zwei Ausführungen. Die Grundausführung ist ein Stereo-Verstärker mit DSP, analogen und digitalen Eingängen. Die zweite trägt zusätzlich HDMI mit ARC und eARC und nimmt damit den Ton direkt vom Fernseher ab, weshalb der Hersteller sie als AV-Prozessor führt. Beide liefern 2 mal 125 Watt an 8 wie an 4 Ohm und 250 Watt im Brückenbetrieb, geregelt über Power-Sharing. Für den Endkunden heißt das vollwertiger Klang ohne sichtbare Technik. Planer und Fachhandel erhalten eine Endstufe, die sich dort unterbringen lässt, wo bisher nichts hinpasste. Architekten gewinnen eine Lösung ohne Technikschrank. Gedacht ist die Reihe für Wohnräume mit Einbaulautsprechern, für Hotelzimmer, für Besprechungsräume und für jede Zone, in der eine Endstufe in voller Breite keinen Platz findet.
Jedes Modell ist damit ein DSP/EQ-Verstärker im engeren Sinn: Die Klangregelung sitzt im Verstärker und nicht in einem zusätzlichen Bauteil davor. Damit lässt sich eine Zone an ihren Raum anpassen, und das ist bei Einbaulautsprechern in einer gefliesten Fläche oder hinter einer Möbelfront mehr wert als zusätzliche Leistung. Der Übertragungsbereich reicht von 20 Hertz bis 20 Kilohertz. Auf der Eingangsseite unterscheiden sich die beiden Ausführungen. Die Grundausführung nimmt analoge und digitale Quellen an, eignet sich also für einen Streamer, einen Netzwerkplayer oder eine Hausanlage. Die zweite Ausführung trägt zusätzlich HDMI mit ARC und eARC und verarbeitet dort Zweikanal-PCM; der Fernseher wird damit zur Quelle, ohne dass ein Receiver dazwischen steht. Für ein Wohnzimmer mit Einbaulautsprechern und einem Fernseher ist das die kürzeste mögliche Kette. Beim Brückenbetrieb entsteht aus den zwei Kanälen einer mit 250 Watt, was für einen einzelnen Weg mit hohem Bedarf gedacht ist. Power-Sharing bedeutet dabei, dass sich die verfügbare Leistung zwischen den Kanälen verteilt, anstatt je Kanal fest zugeteilt zu sein. In der Praxis hilft das dort, wo beide Kanäle selten gleichzeitig an der Grenze arbeiten.
Technisch sind beide Ausführungen in der Endstufe gleich. Sie liefern 2 mal 125 Watt an 8 Ohm und ebenso an 4 Ohm, dazu 250 Watt gebrückt. Beide übertragen von 20 Hertz bis 20 Kilohertz und messen 136 mal 47,63 mal 208 Millimeter. Der Unterschied liegt allein in der Eingangsseite und entscheidet über den Einsatz. Ohne HDMI ist die Grundausführung die Wahl, wenn die Quelle schon feststeht und über Cinch oder digital zugeführt wird. Typisch ist das in einer Multiroom-Anlage, in einem Bad oder in einer Zone, die von einer Zentrale versorgt wird. Mit HDMI wird die zweite Ausführung zur ganzen Anlage und übernimmt die Rolle, die sonst AV-Receiver und AV-Prozessoren ausfüllen: Fernseher anschließen, Einbaulautsprecher anschließen, fertig. Die Lautstärke läuft dann über die Fernbedienung des Fernsehers, weil ARC genau dafür gedacht ist. Zu beachten ist die Grenze: Verarbeitet wird Zweikanal-PCM, es handelt sich also nicht um einen Mehrkanalprozessor für ein Heimkino mit Surround. Für ein Wohnzimmer mit zwei Einbaulautsprechern ist das genau richtig, für eine Front mit Center und Surrounds nicht. Diese Unterscheidung gehört in jedes Angebot, weil sie über ein zweites Gerät entscheidet.
Die Auslegung ist kurz. Zuerst die Zahl der Zonen: Je Gerät sind es zwei Kanäle, also eine Stereozone, und bei mehreren Zonen entscheidet sich, ob mehrere kompakte Geräte oder eine mehrkanalige Endstufe günstiger liegen. Dann die Last: 8 oder 4 Ohm sind angegeben, wer mehrere Lautsprecher parallel legt, muss die entstehende Impedanz rechnen. Dann der Einbauort. Gebraucht werden ein Netzanschluss, die Signalzuführung und ein Luftweg, denn auch ein kleines Gerät gibt Wärme ab; ein dicht geschlossenes Fach ohne Öffnung ist der falsche Ort. Bei der Ausführung mit HDMI kommt die Leitung zum Fernseher dazu, und die gehört im Leerrohr verlegt, weil HDMI-Kabel bei einem Defekt getauscht werden müssen. Für Deutschland und Österreich liefert die mediacraft AG; sie begleitet Fachhandel, Installateure, Architekten und Planer bei Auswahl, Einbaulage und Abstimmung der Zonen. Nützlich ist die Rücksprache besonders bei der Frage, ob die Ausführung mit HDMI die richtige ist. Halten Sie zuletzt Einbaulage, Zonenzuordnung und die Einstellungen der Klangregelung in den Unterlagen fest.