Digital Input Module
Steckkarte mit zwei digitalen Eingängen für Sonance DSP-Endstufen (MKIII)
Diese Steckkarte macht aus einer Endstufe mit analogen Anschlüssen eine mit digitalen. Sie bringt zwei Eingänge mit, und jeder davon ist wahlweise als optischer Anschluss nach Toslink oder als koaxialer Digitaleingang ausgeführt. Dazu kommt je Eingang ein gepufferter Loop-Ausgang, über den das Signal an ein weiteres Gerät weitergegeben wird. Geführt wird die Karte im Bereich Sonstiges Zubehör, weil sie kein eigenständiges Gerät ist, sondern ein Teil, das in eine Endstufe eingesetzt wird. Die Maße betragen 75 mal 38 mal 87 Millimeter, mit gesteckten Cinch-Steckern 93 Millimeter in der Tiefe. Gepuffert heißt dabei, dass der Loop-Ausgang das Signal nicht einfach abzweigt, sondern neu aufbereitet. Das ist der Unterschied zu einem Y-Kabel: Zwei Geräte an einem Ausgang schwächen das Signal nicht, und die Kette bleibt sauber, auch wenn ein weiteres Gerät hinzukommt. Für die Bestellung ist diese Karte eine eigene Position, und sie gehört zu einer bestimmten Endstufe. Welche Karte in welchem Gerät steckt, ist von außen nicht zu erkennen, und deshalb gehört diese Zuordnung in die Unterlagen der Anlage. Eine Endstufe, die digital zugespielt wird, trägt diese Karte; eine, die analog zugespielt wird, die werkseitige. Notieren Sie sie deshalb bei der Übergabe und nicht später.
Eine Angabe entscheidet über die Zahl der anschließbaren Quellen, und sie wird leicht überlesen. Jeder der beiden Eingänge ist zwar für beide Arten vorbereitet, aber nach Herstellerangabe ist je Eingang nur eine Art nutzbar. Zwei Eingänge heißen also zwei Quellen und nicht vier. Wer einen Fernseher optisch und einen Zuspieler koaxial anschließt, hat beide Eingänge belegt. Wer zwei Fernseher optisch anschließt, ebenso. Für die Planung ist das die maßgebliche Rechnung: zwei digitale Quellen je Karte und je Endstufe. Reicht das nicht, ist eine weitere Endstufe oder eine vorgeschaltete Umschaltung nötig. Die Auflösung gibt der Hersteller mit 16 bis 24 Bit an. Eine Angabe zur Abtastrate liegt in den vorliegenden Unterlagen nicht vor; wo es auf hochauflösende Zuspielung ankommt, ist sie vor der Auslegung zu erfragen. Zu bedenken ist dabei, welche der beiden Anschlussarten je Quelle vorgesehen wird. Fernseher führen in der Regel einen optischen Ausgang, Netzwerkzuspieler oft beide, ältere Geräte manchmal nur den koaxialen. Diese Prüfung gehört vor die Verlegung der Leitung, denn die Leitung ist der Teil, der sich später nicht ändern lässt. Diese Entscheidung je Quelle zu treffen, kostet im Rohbau nichts.
Der Hersteller nennt eine Grenze ausdrücklich, und sie ist die wichtigste Angabe dieser Karte: Verarbeitet wird ausschließlich PCM, also unkomprimierter Ton, und keine Mehrkanalformate mit 5.1 oder 7.1. Für eine Stereo- oder Mehrzonen-Anlage ist das genau richtig, denn dort wird ohnehin zweikanalig zugespielt. Für einen Fernseher hat es eine praktische Folge: Laut Hersteller verarbeitet der digitale Eingang PCM, weitere Formate nennt er nicht. Zu prüfen ist deshalb vor der Inbetriebnahme, was die Quelle ausgibt. Steht dort ein Mehrkanalformat, bleibt der Ton aus, und der Fehler wird an der falschen Stelle gesucht. Wer dagegen ein Heimkino mit mehreren Kanälen aufbauen will, braucht keine solche Karte, sondern einen Prozessor, der Mehrkanalformate verarbeitet. Diese Abgrenzung gehört in jedes Gespräch über eine Anlage mit Fernsehton, bevor etwas bestellt wird. Ein Hinweis zur Einordnung: Diese Grenze ist keine Sparmaßnahme, sondern folgt aus dem Zweck. Eine Endstufe für Mehrzonen-Anlagen verteilt Stereosignale, und ein Mehrkanalformat hätte dort keine Kanäle, auf die es sich verteilen ließe. Wer beides braucht, trennt die Aufgaben: Heimkino über einen Prozessor, Zonen über diese Endstufen. Beide Wege lassen sich in einem Haus nebeneinander betreiben.
Eine Angabe ordnet diese Karte in das Programm ein: Sie ersetzt nach Herstellerangabe die werkseitige Karte mit Line-Eingang und Loop-Ausgang auf der Rückseite der Endstufe. Eine Endstufe dieser Baureihe kommt also mit einer analogen Eingangsseite, und diese Karte wird gegen sie getauscht. Zwei Folgen ergeben sich daraus. Erstens ist der Wechsel umkehrbar: Wer später wieder analog zuspielen will, setzt die Werkskarte zurück, sofern sie aufbewahrt wurde. Legen Sie sie deshalb in den Technikschrank und nicht in den Verpackungsmüll. Zweitens ist beim Wechsel zu entscheiden, ob analoge Quellen entfallen können, denn die Karte hat keine analogen Eingänge. Passend ist sie nach Herstellerangabe zu den Ausführungen der dritten Baustufe von DSP 2-150, DSP 2-750 und DSP 8-130. Geliefert wird die Reihe in Deutschland und Österreich über die mediacraft AG. Die Auswahl zwischen den beiden Eingängen und die Pegel liegen nicht auf der Karte, sondern in der Endstufe; die Karte führt die Signale und wandelt sie. Damit bleibt sie ein Bauteil ohne eigene Bedienung, und genau das macht sie über Jahre unauffällig. Bewahrt wird die Werkskarte am besten im Technikschrank selbst.