Sonance · Serie

Sonance IR-Link: Infrarot-Sender für verborgene Komponenten

Fernbedienen, was verborgen liegt

Eine Anlage, deren Komponenten im Schrank stehen, hat ein Problem: Eine Fernbedienung arbeitet mit Infrarot, und Infrarot braucht Sichtlinie. Eine geschlossene Schranktür beendet jede Bedienung. Dafür gibt es Infrarot-Verteilanlagen, und diese Reihe enthält deren letztes Glied. Ein Sender wird unmittelbar vor den Empfangssensor der zu steuernden Komponente geklebt und gibt dort das Signal ab, das er über eine Leitung erhalten hat. Für die Komponente sieht es aus, als stünde jemand mit der Fernbedienung davor. Geführt wird die Reihe im Bereich Signalübertragung, weil sie genau das leistet: ein Steuersignal von dort, wo es ausgelöst wird, dorthin bringen, wo es wirken soll. Genannt sind zwei Ausführungen. Die eine ist der kleine Sender zum Aufkleben, die andere eine sichtbare Ausführung mit Funktionsanzeige. Beide gehören in eine Verteilanlage und arbeiten nicht für sich allein. Beide sind Bauteile ohne eigene Versorgung, ohne Einstellung und ohne Bedienung. Was sie leisten, hängt vollständig davon ab, wie genau sie platziert werden, und darin liegt die ganze Kunst an dieser Position. Ein einzelner Sender ist ein Kleinteil und entscheidet dennoch darüber, ob eine Anlage im Schrank bedienbar ist.

Zwei Sender, ein Unterschied

Die beiden Ausführungen unterscheiden sich in einem Punkt, und der ist für die Fehlersuche entscheidend. Die erste ist ein schlichter Sender, der aufgeklebt wird und von außen nichts anzeigt. Die zweite ist nach Herstellerangabe die sichtbare Ausführung derselben Bauart: Sie hat eine sichtbare Funktionsanzeige, und sie arbeitet mit geringer Sendeleistung, geeignet zur Ansteuerung einer einzelnen Komponente. Diese Anzeige ist der eigentliche Nutzen. Wer vor einem Schrank steht und nicht weiß, ob das Signal ankommt, sieht es an der Leuchte und muss nicht raten. Die geringe Sendeleistung ist dabei kein Nachteil, sondern Absicht: Ein kräftiger Sender in einem geschlossenen Schrank erreicht über Reflexionen auch Komponenten, die er nicht ansprechen soll, und löst dort Befehle aus. Die sichtbare Ausführung misst 13 mal 6 mal 6 Millimeter und wird nach Herstellerangabe an einen Verteilerblock angeschlossen. Für die Auswahl ergibt sich eine einfache Zuordnung: In einem Schrank mit einer einzigen Komponente genügt die unauffällige Ausführung, in einem Schrank mit mehreren ist die sichtbare mit Anzeige die bessere Wahl. Der Unterschied ist gering und erspart im Servicefall eine Suche.

Der Weg des Signals

Eine Verteilanlage für Infrarot besteht aus drei Teilen, und nur der letzte gehört zu dieser Reihe. Im Raum sitzt ein Empfänger, der das Signal der Fernbedienung aufnimmt; er ist das sichtbare Auge an der Wand oder in der Blende eines Möbels. Von dort läuft eine Leitung zu einem Verteilerblock, der das Signal aufbereitet und auf mehrere Ausgänge gibt. Und an jedem Ausgang hängt ein Sender, der vor einer Komponente sitzt. Je Komponente, die bedient werden soll, ist damit ein Sender zu rechnen und nicht je Schrank. Vier Komponenten in einem Schrank brauchen vier Sender und vier Leitungen vom Verteilerblock. Der Verteilerblock und der Empfänger sind eigene Positionen und gehören in dieselbe Bestellung. Zum genannten Verteilerblock liegen in den vorliegenden Unterlagen keine eigenen Kennwerte vor. Zu beachten ist außerdem, dass eine solche Anlage nur Befehle überträgt und keine Rückmeldung. Was eine Komponente anzeigt, bleibt im Schrank; wer eine Anzeige im Raum möchte, braucht eine Steuerung mit Rückkanal. Für das Ein- und Ausschalten und für die Lautstärke genügt der Weg in eine Richtung.

Alter Bestand, alte Unterlagen

Zu dieser Reihe gehört eine Angabe, die vor jede Verwendung gehört: Die vorliegenden Unterlagen sind alt. Die Einbauanleitungen des Herstellers tragen das Jahr 2002, eine der Quellen ist eine archivierte Herstellerseite, eine weitere liegt auf dem Server eines Vertriebs. Das heißt nicht, dass die Technik veraltet wäre, denn Infrarot hat sich nicht verändert. Es heißt, dass Lieferbarkeit und Bezeichnungen vor einer Zusage zu bestätigen sind. Für vorhandene Anlagen bleiben die Angaben brauchbar: Wer einen defekten Sender ersetzen will, findet hier die Bauart, das Maß der sichtbaren Ausführung und den Hinweis auf den Verteilerblock. Hinzu kommt ein Widerspruch in den Unterlagen, der hier unverändert wiedergegeben wird: Die sichtbare Ausführung ist im Datenbestand zusätzlich einer Reihe namens OptiLinQ zugeordnet. Beide Angaben stehen nebeneinander. Für Auskünfte zu Nachfolgern ist die mediacraft AG die Adresse. Für eine neue Anlage ist deshalb zu prüfen, ob eine Steuerung mit eigenen Treibern die bessere Lösung ist. Sie ersetzt die Infrarot-Verteilung dort, wo alle Komponenten über das Netzwerk ansprechbar sind. Wo eine einzige Komponente nur ihre Originalfernbedienung kennt, bleibt dieser Weg der einfachste. Diese Entscheidung fällt je Projekt und nicht je Hersteller.