SDB-6.1
Lautsprecherverteiler für sechs Paare mit Lautstärkereglern und Autoformer-Impedanzanpassung
Dieser Verteiler löst eine Aufgabe, für die sonst ein Mehrzonen-Verstärker angeschafft wird: Musik in sechs Räumen, jeder mit eigener Lautstärke, aus einem vorhandenen Verstärker. Angeschlossen werden bis zu sechs Lautsprecherpaare und, das ist die Besonderheit dieser Reihe, zwei Verstärkereingänge. Je Zone lässt sich wählen, ob sie von Verstärker A oder von Verstärker B gespeist wird. Damit sind zwei Quellen im Haus möglich, ohne eine Steuerung: In der Küche läuft Radio vom einen Verstärker, auf der Terrasse eine Liste vom anderen. Geführt wird die Reihe im Bereich Sonstiges Zubehör, denn sie verstärkt nichts und verarbeitet nichts; sie verteilt, regelt und schützt. Dazu gehören ein Lautstärkeregler und ein Ein- und Ausschalter für jede der sechs Zonen. Die Belastbarkeit gibt der Hersteller mit 200 Watt Dauerleistung je Kanal an, und das ist deutlich mehr, als ein Wohnhausverstärker an einer Zone abgibt. Neben der Ausführung für sechs Paare nennt der Hersteller kleinere Ausführungen für vier und für zwei Paare. Zu beachten ist, dass dieser Verteiler keine eigene Quelle und keinen eigenen Verstärker mitbringt. Er setzt beides voraus und verteilt, was ihm zugespielt wird; ohne speisenden Verstärker ist er ein leeres Gehäuse.
Der Lautstärkeregler jeder Zone arbeitet nicht stufenlos, sondern in zwölf Stufen mit einer Gesamtdämpfung von 42 Dezibel. Diese Bauart ist in einem Verteiler die haltbarere: Ein Schalter mit festen Stellungen nutzt sich kaum ab, und jede Stellung ist reproduzierbar. 42 Dezibel Dämpfung reichen von voller Lautstärke bis zu einem Pegel, der im Nebenraum nicht mehr zu hören ist. Praktisch wichtiger ist der zweite Teil: Jede Zone hat einen eigenen Ein- und Ausschalter. Eine abgeschaltete Zone ist vollständig getrennt, und das ist der Unterschied zu einem bloßen Leiserstellen. Wer im Gästezimmer keine Musik will, schaltet es aus; der Verstärker merkt davon nichts außer einer geringeren Last. Gestellt wird beides am Verteiler selbst, nicht im Raum. Wer die Lautstärke im Raum stellen möchte, braucht dort einen eigenen Regler oder eine Anlage mit Bedienstellen. Für einen Verteiler im Technikschrank ist das kein Mangel, sondern der Zweck: Einstellen und dann liegen lassen. Weil die Regler am Gehäuse sitzen, ist der Montageort Teil der Bedienung. Ein Verteiler hinter einer Verkleidung wird nach dem Einbautag nie wieder angefasst, und dann bleiben die Pegel für immer so, wie sie an diesem Tag gesetzt wurden.
Die eigentliche Technik dieses Verteilers steckt in einem Bauteil, das man nicht sieht: einem Autoformer zur Impedanzanpassung. Er ist der Grund, warum ein gewöhnlicher Stereoverstärker sechs Lautsprecherpaare überhaupt verträgt. Ohne Anpassung sinkt die Last mit jedem zusätzlichen Paar, und ein Verstärker, der für 8 oder 4 Ohm gebaut ist, arbeitet dann außerhalb seiner Angaben. Der Autoformer hält die Last in einem Bereich, den der Verstärker verkraftet, und zwar unabhängig davon, wie viele Zonen eingeschaltet sind. Der Hersteller nennt 4 Ohm als Impedanz und innen liegende Jumper zur Anpassung an Lautsprecher mit 4 und mit 8 Ohm. Diese Jumper sind beim Einbau zu setzen und nicht später, denn sie liegen im Gehäuse. Halten Sie deshalb vor der Montage fest, welche Impedanz die angeschlossenen Lautsprecher haben. Eine Anpassung kostet immer etwas Pegel, und das ist die Kehrseite dieser Lösung: Sechs Zonen aus einem Verstärker klingen leiser als eine Zone direkt an demselben Verstärker. Für die Auswahl folgen daraus zwei Dinge. Wo Pegel gefordert ist, etwa an einer Terrasse, ist eine eigene Endstufe die bessere Lösung. Wo Musik begleiten soll, also in Küche, Bad, Flur oder Schlafzimmer, ist dieser Weg der einfachste, den es gibt.
Drei Angaben betreffen die Montage. Erstens die Anschlüsse: abnehmbare, farbcodierte Steckklemmen für Leitungen bis 14 AWG, also bis rund 2,1 Quadratmillimeter. Abnehmbar heißt, dass die Leitungen außerhalb des Gehäuses aufgelegt und erst danach aufgesteckt werden, und farbcodiert heißt, dass sich die Klemmen nicht verwechseln lassen. Bei sieben Anschlusspaaren an einem Gehäuse ist beides mehr als eine Bequemlichkeit. Zweitens die Beschriftung: Bedruckte Raumbeschriftungen gehören nach Herstellerangabe zum Lieferumfang. Jede Zone trägt damit den Namen des Raums und nicht eine Nummer, und das entscheidet darüber, ob jemand nach Jahren noch weiß, welcher Regler zum Bad gehört. Drittens die Maße: Der Hersteller nennt in den vorliegenden Unterlagen Versandmaße von 18,4 mal 4,8 mal 9,7 Zoll. Das sind die Maße der Verpackung und nicht die des Gehäuses; für eine Nische oder ein Rack ist das Gerätemaß vor der Montage zu erfragen. Geliefert wird die Reihe in Deutschland und Österreich von der mediacraft AG. Zum Betrieb bleibt wenig zu sagen: kein Netzanschluss, keine Einstellungen in einer Oberfläche, keine Aktualisierung. Es gibt zwei Zuleitungen, sechs Leitungspaare und vierzehn Schraubstellen, und danach arbeitet dieser Verteiler, solange das Haus steht.