Russound · Serie

Russound MCA Serie: Steuerung und Endstufen in einem Gerät

Steuerung und Verstärker in einem

In einer gewöhnlichen Mehrraum-Anlage stehen zwei Dinge im Schrank: eine Steuerung, die Quellen auf Zonen verteilt, und Endstufen, die die Lautsprecher versorgen. Diese Reihe legt beides in ein Gehäuse. Nach Herstellerangabe ist kein eigener Controller nötig, und daraus folgt alles Weitere: weniger Höheneinheiten, eine Verkabelung statt zwei, eine Konfiguration statt zweier Geräte. Diese Reihe steht deshalb in zwei Bereichen. Bei den Multiroom-Verstärkern, weil sie Zonen bildet und bedient, und bei den Mehrkanal-Verstärkern, weil sechs oder acht Endstufen in einem Korpus genau das sind. Zwei Ausführungen stehen zur Wahl. Die kleinere versorgt sechs Zonen mit je 20 Watt an 8 Ohm, die größere acht Zonen mit je 40 Watt an 8 Ohm. Der Übertragungsbereich reicht bei beiden von 20 Hertz bis 20 Kilohertz mit plus oder minus 1 Dezibel bei 1 Watt an 8 Ohm. Die Produktbezeichnung des Herstellers nennt für die kleinere Ausführung sechs Zonen und sechs Quellen; damit ist sie eine vollständige Hausanlage und kein Baustein. Die größere Ausführung nennt der Hersteller in einem Produktblatt von 2022; Zonenzahl und Leistung sind dort angegeben, die Zahl der Quellen in den vorliegenden Unterlagen nicht.

Sechs oder acht Zonen

Die Entscheidung zwischen beiden Ausführungen fällt über zwei Zahlen, und sie hängen nicht zusammen. Die erste ist die Zahl der Zonen: sechs oder acht. Die zweite ist die Leistung je Zone: 20 oder 40 Watt an 8 Ohm. Die größere Ausführung bringt nach Herstellerangabe die doppelte Leistung je Kanal gegenüber der kleineren mit, und das ist mehr als eine Zugabe. 20 Watt genügen für Einbaulautsprecher in einer Küche, einem Bad oder einem Flur, also für Räume, in denen Musik begleitet. 40 Watt sind die Reserve für einen Wohnraum, eine Terrasse oder einen Raum mit mehreren Lautsprechern. Wer sechs Zonen braucht, von denen zwei anspruchsvoll sind, fährt deshalb mit der größeren Ausführung besser als mit der kleineren und zwei leeren Zonen. Auch die Baugröße unterscheidet sich: 43,2 mal 9 mal 34 Zentimeter bei 8,7 Kilogramm gegenüber 432 mal 95 mal 410 Millimetern auf zwei Höheneinheiten bei 13,1 Kilogramm. Die kleinere ist damit flacher und deutlich kürzer. Für die Verkabelung ist die Entscheidung ohne Folgen: Beide Ausführungen nehmen je Zone ein Lautsprecherpaar auf, und die Leitungen liegen gleich. Unterschiedlich sind allein der Platz im Schrank und die Reserve, die eine Zone hat.

Acht Ohm und sonst nichts

Eine Angabe entscheidet über die Auswahl der Lautsprecher und steht nicht im Vordergrund: Beide Ausführungen nennen 8 Ohm als Impedanz, und zwar ohne Zusatz. Es gibt also keine Angabe für 4 Ohm. Praktisch heißt das, dass je Zone ein Lautsprecherpaar mit 8 Ohm vorgesehen ist. Zwei parallel geschaltete Paare an einer Zone ergeben eine niedrigere Last und liegen damit außerhalb der Herstellerangabe. Wer zwei Paare in einem Raum versorgen möchte, löst das über zwei Zonen oder über einen Lautsprecherumschalter mit Lastanpassung und nicht durch Parallelschaltung. Diese Festlegung gehört vor die Lautsprecherauswahl und nicht danach. Zweitens fehlt dieser Reihe bewusst eine Reihe von Funktionen: Der Hersteller nennt sie ohne DSP, Equalizer, Subsonic-Filter und Autosensing. Es gibt also keine Raumkorrektur und keine Pegelkurve, und es gibt keine Signalerkennung, die eine Zone selbsttätig einschaltet. Geschaltet wird über die Steuerung oder über den Trigger-Eingang. Weil Autosensing fehlt, braucht die Anlage außerdem einen festgelegten Einschaltweg. In der Praxis übernimmt das die Steuerung, die eine Zone mit dem Aufruf einer Quelle aktiviert; der Trigger-Eingang ist der zweite Weg und in Anlagen mit zentraler Technik der übliche.

Steuerung über Netzwerk und RS-232

Für die Einbindung in eine Haussteuerung nennt der Hersteller zwei Wege, und beide sind vorhanden: Ethernet und RS-232. Damit lässt sich die Anlage von einer übergeordneten Steuerung bedienen und nach Herstellerangabe auch aus der Ferne überwachen. Für einen Fachbetrieb ist der zweite Teil der wichtigere, weil eine Störung dann nicht zwingend eine Anfahrt bedeutet. Dazu kommen ein Trigger-Eingang und ein Trigger-Ausgang. Der Eingang schaltet die Anlage von außen, der Ausgang schaltet ein nachgeschaltetes Gerät mit, etwa eine größere Endstufe für eine Zone, der die 20 oder 40 Watt nicht genügen. Zur Versorgung: Für Europa ist die Ausführung mit dem Zusatz i zu bestellen, also mit 220 bis 240 Volt bei 50 Hertz. Ohne diesen Buchstaben arbeitet ein Gerät mit 100 bis 120 Volt bei 60 Hertz. Dieser eine Buchstabe entscheidet über die Verwendbarkeit und gehört in jede Bestellung. Für den deutschen und den österreichischen Markt liefert die mediacraft AG. Zwei weitere Angaben runden das Bild. Die Gewichte von 8,7 und 13,1 Kilogramm gehören zur Montage, weil ein Korpus dieser Masse auf Schienen und nicht auf ein Regalbrett gehört. Und die Toleranz von plus oder minus 1 Dezibel gilt nach Herstellerangabe bei 1 Watt an 8 Ohm.