MBX-AMP
Streaming-Verstärker mit WLAN, Russound MBX Serie
Diese Reihe dreht die übliche Anordnung einer Mehrraum-Anlage um. Statt einer zentralen Zuspielung, die ihre Signale auf die Räume verteilt, bekommt jeder Raum seine eigene Quelle. Beide Ausführungen sind Streaming-Zuspieler mit Netzwerkanbindung, und sie unterscheiden sich allein darin, ob eine Endstufe eingebaut ist. Die Ausführung mit Endstufe liefert 2 mal 50 Watt an 8 Ohm und 2 mal 70 Watt an 4 Ohm und versorgt damit ein Lautsprecherpaar direkt. Die Ausführung ohne Endstufe gibt ihr Signal über Cinch oder optisch digital weiter und arbeitet mit einem vorhandenen Verstärker zusammen. Geführt wird die Reihe deshalb in zwei Bereichen. Bei den Multiroom-Verstärkern, weil sich bis zu 32 Streaming-Räume zusammenschalten lassen, und bei den Stereo-Verstärkern, weil eine einzelne Ausführung in einem Raum genau das ist. Beide Ausführungen tragen dasselbe Gehäuse mit 210 mal 45 mal 178 Millimetern und wiegen 0,68 beziehungsweise 0,45 Kilogramm. Beide beherrschen AirPlay 2, Google Cast, Bluetooth und UPnP, beide spielen hochauflösend bis 24 Bit bei 192 Kilohertz, und beide werden im Browser eingerichtet. Der Unterschied im Alltag ist, dass jeder Raum unabhängig spielt: Was in der Küche läuft, hat mit dem Wohnzimmer nichts zu tun, und mehrere Räume lassen sich bei Bedarf zusammenschalten.
Die Wahl zwischen den beiden Ausführungen folgt einer einzigen Frage: Steht im Raum schon ein Verstärker? Wenn nicht, ist die Ausführung mit eingebauter Endstufe die vollständige Lösung. Sie bringt 50 Watt je Kanal an 8 Ohm mit und nimmt zulässige Lasten von 8 und 4 Ohm auf. Übertragen wird von 20 Hertz bis 20 Kilohertz, und ein Subwoofer-Ausgang mit einem Filter bei 80 Hertz ist vorhanden. Damit ist ein Raum mit einem Paar Einbaulautsprechern und einem aktiven Subwoofer komplett versorgt. Steht dagegen ein Verstärker im Raum, der gut ist und bleiben soll, dann fehlt dort nur das Streaming, und genau das leistet die zweite Ausführung. Sie gibt 2 Volt am Line-Ausgang ab, analog über Cinch oder digital über einen optischen Ausgang, und der Analogausgang lässt sich per Software fest oder regelbar einstellen. Diese Umschaltung ist der entscheidende Unterschied im Betrieb: Ein fester Ausgang gehört an einen Verstärker mit eigenem Lautstärkeregler, ein regelbarer an eine Endstufe ohne Regler. Zusätzlich lässt sich diese Ausführung als Quelle an den Controllern der SMZ- und MCA-Reihen betreiben. Beide Ausführungen tragen übrigens dasselbe Gehäuse, sodass sich eine Zone später von der einen auf die andere umstellen lässt, ohne dass der Schrank anders aussieht.
Die Quellen sind bei beiden Ausführungen dieselben, und die Liste ist der eigentliche Grund für diese Reihe. AirPlay 2 für Geräte von Apple, Google Cast für Android und für Dienste mit eigener Anwendung. Dazu Bluetooth für den schnellen Zugriff aus der Hand und UPnP für Musik von einem Server im Haus. Dazu kommt ein USB-Anschluss für einen Stick oder eine externe Festplatte, womit auch eine eigene Sammlung ohne Server abspielbar bleibt. Hochauflösend wird bis 24 Bit bei 192 Kilohertz unterstützt. Die Ausführung mit Endstufe hat außerdem einen digitalen und einen analogen Eingang, sodass eine örtliche Quelle wie ein Plattenspieler mit Vorverstärker oder ein Fernseher angeschlossen werden kann. Für den Fernseher nennt der Hersteller den digitalen TV-Ausgang; ein Infrarot-Sensor für die vorhandene Fernbedienung gehört zum Lieferumfang. Damit lässt sich die Lautstärke mit der Fernbedienung des Fernsehers regeln, ohne eine zweite in die Hand zu nehmen. Ein Trigger-Ausgang ist vorhanden, um eine nachgeschaltete Endstufe mitzuschalten. Was diese Reihe nicht mitbringt, gehört zur Beschreibung: einen Equalizer, eine Einmessung und eine Raumkorrektur. Sie spielt, was ihr zugespielt wird.
Nach Herstellerangabe lassen sich bis zu 32 Streaming-Räume zusammenschalten. Das ist die Zahl, die über die Einordnung dieser Reihe entscheidet: Sie ist nicht ein Einzelgerät für ein Zimmer, sondern ein Baustein, von dem je Raum einer gesetzt wird. Ein Haus wächst damit raumweise, und zwar ohne zentrale Einheit, die vorher groß genug gekauft werden muss. Verbunden werden die Räume über das Netzwerk, entweder über Ethernet oder über Dualband-WLAN; eingerichtet wird im Browser. Drei Angaben gehören in die Planung. Erstens die Versorgung: Die Ausführung mit Endstufe arbeitet mit 100 bis 240 Volt bei 50 oder 60 Hertz und 4 Ampere, die Ausführung ohne Endstufe mit 12 Volt Gleichspannung bei 1,25 Ampere. Zweitens der Platz: 210 mal 45 mal 178 Millimeter je Raum summieren sich, und bei acht Räumen ist das ein Schrank. Drittens das Netzwerk: Jeder Raum braucht einen Anschluss, und eine Leitung ist einer Funkverbindung vorzuziehen. Geliefert wird diese Reihe in Deutschland und Österreich von der mediacraft AG. Rechnen Sie bei der Ausbauplanung lieber mit einer Zone mehr als mit einer zu wenig, denn eine Zone ergänzen heißt hier liefern und anschließen und nicht umbauen.