HTP-2
Doppel-Gang-Anschlussplatte für Heimkino-Lautsprecher und Subwoofer
Diese Anschlussplatte führt die Lautsprecherleitungen eines Heimkinos an einer Stelle zusammen. Auf einer Fläche von 12,2 mal 12,2 Zentimetern sitzen 14 vergoldete 5-Wege-Polklemmen, also sieben Paare für sieben Lautsprecher, dazu zwei Cinch-Buchsen für zwei aktive Subwoofer. Der Hersteller nennt als Einsatzbereich 5.1-, 6.1- und 7.1-Systeme. Geführt wird die Platte im Bereich Sonstiges Zubehör, weil sie keine Komponente der Anlage ist, sondern die Stelle, an der die festen Leitungen aus der Wand kommen. Der Unterschied zu einem offenen Kabelauslass ist größer, als es zunächst aussieht. Bei einem Auslass hängen sieben Leitungspaare aus der Wand und müssen bei jedem Anschließen neu sortiert werden; hier sitzt jedes Paar an einer beschrifteten Klemme und bleibt dort. Wer den Verstärker tauscht, löst nicht die Leitung in der Wand, sondern steckt vorn ab. Die Klemmen tragen Sechskantmuttern von 7/16 Zoll und sind gegen Mitdrehen gesichert, sodass sich beim Festziehen nicht die ganze Klemme bewegt und die Leitung dahinter verdrillt. Das Eigengewicht liegt bei 298 Gramm, die Bautiefe bei 2,8 Zentimetern. Mehr Technik steckt nicht darin, und genau das ist der Zweck: eine Verbindungsstelle, die nicht ausfällt, weil sie nichts hat, was ausfallen könnte.
Die Klemmen nehmen fünf Anschlussarten auf, und das ist der Grund, warum eine solche Platte in sehr unterschiedlichen Anlagen passt. Der Hersteller nennt blanken oder verzinnten Draht bis 12 AWG, Stiftstecker, Kabelschuhe sowie einfache und doppelte Bananenstecker. 12 AWG entspricht einem Querschnitt von rund 3,3 Quadratmillimetern; damit ist auch eine kräftig ausgelegte Leitung zu einem weit entfernten Lautsprecher noch anzuschließen. Auf der Raumseite wird in der Regel mit Bananensteckern gearbeitet, weil dort häufiger umgesteckt wird; auf der Wandseite liegt meist der blanke Draht der festen Installation. Beides an derselben Klemme zu haben, erspart eine zweite Verbindungsstelle und damit eine Fehlerquelle. Die doppelte Bananenbuchse ist im Alltag der praktische Vorteil, weil handelsübliche Lautsprecherkabel mit Doppelstecker ohne Umbau passen. Vergoldet sind die Kontaktflächen nach Herstellerangabe, was gegen Anlaufen hilft; eine Klangaussage ist damit nicht verbunden. Für die Subwoofer stehen zwei Cinch-Buchsen bereit, die das Signal durch die Wand führen. Dort gehört ein Subwoofer mit eigenem Verstärker an. Ein Subwoofer ohne eigene Verstärkung wird an ein Klemmenpaar angeschlossen und nicht an die Cinch-Buchse.
Die wichtigste Angabe zu dieser Platte betrifft nicht die Platte, sondern die Dose dahinter. Der Hersteller verlangt eine Zwei-Gang-Einbaudose im US-Standard. Das ist nicht die runde Gerätedose, die hier für Schalter und Steckdosen verbaut wird, sondern eine rechteckige Dose für zwei Einbauplätze. Sie gehört deshalb mitgeplant und mitbestellt, und zwar bevor die Wand geschlossen wird; nachträglich ist der Einbau Stemmarbeit. Dazu kommt die Tiefe. Die Platte selbst baut 2,8 Zentimeter, hinter ihr brauchen sieben Leitungspaare Platz, und jede Leitung braucht einen Biegeradius. Eine flache Dose reicht dafür nicht. Rechnen Sie mit deutlich mehr Tiefe als der reinen Bauhöhe und legen Sie die Leitungen mit Reserve ein, damit sich die Platte zum Anschließen herausnehmen lässt. In einer Trockenbauwand ist das unkritisch, in einer gemauerten Wand gehört die Aussparung in die Planung. Für eine Montage in einem Medienmöbel oder in einer Nische hinter dem Bildschirm gilt dasselbe, nur ohne Stemmarbeit. Wer diese Dose nicht klärt, hat eine Platte ohne Einbauort, und das ist der häufigste Grund, warum solche Platten liegen bleiben. Ein Satz im Angebot genügt, um es zu vermeiden.
Eine Angabe gehört vor jede Entscheidung: Diese Platte ist nach Herstellerangabe ein Auslaufmodell, als Nachfolger nennt er die HTP-7.2. Für eine neue Anlage ist deshalb der Nachfolger zu prüfen; diese Seite beschreibt den Bestand. Sinnvoll bleibt diese Beschreibung aus zwei Gründen. Erstens sitzen diese Platten in vielen Anlagen, und wer eine davon erweitert oder den Verstärker tauscht, braucht die Angaben zu Klemmen, Querschnitten und Einbaudose. Zweitens ist die Belegung bei einem Umbau die erste Frage, und sie lässt sich an einer beschrifteten Platte ohne Messung beantworten. Der Nachfolger HTP-7.2 ist beim Bezug zu erfragen, denn der Hersteller führt diese Ausführung als Auslaufmodell; Maße und Dosenart sind dann neu zu prüfen. Was die Platte nicht leistet, gehört ebenfalls dazu: Sie verteilt nicht, sie schaltet nicht und sie verstärkt nicht. Sie führt Leitungen durch eine Wand, ordnet sie und beschriftet sie; alles andere geschieht im Verstärker. Wer eine neue Anlage plant, fragt deshalb zuerst nach dem Nachfolger und erst danach nach der Dose. Für Deutschland und Österreich ist die mediacraft AG die Bezugsquelle und gibt auch zum Nachfolger Auskunft.