Russound · Serie

Russound D Serie: reine Endstufen für zwei bis sechzehn Kanäle

Reine Endstufen für Zonen

Diese Reihe lässt bewusst weg, was moderne Installationsverstärker mitbringen. Es gibt keinen DSP, keinen Equalizer, keinen Subsonic-Filter und keine Netzwerkschnittstelle. Der Hersteller nennt das bei zwei Modellen ausdrücklich als Eigenschaft und beschreibt die Reihe als schlank und wartungsarm. Was bleibt, ist Verstärkung für Zonen, und zwar in vier Stufen: zwei, acht, zwölf und sechzehn Kanäle. Zwei Kanäle ergeben eine Stereozone, acht Kanäle vier Zonen, zwölf Kanäle sechs Zonen und sechzehn Kanäle acht Zonen. Dazu kommen zwei Eigenschaften, die in einer Mehrzonen-Anlage den Alltag bestimmen. Die erste ist Autosensing: Die Geräte schalten sich bei anliegendem Signal selbst ein und danach wieder ab. Die zweite ist ein Trigger-Ein- und -Ausgang, über den sie sich in eine Steuerung einbinden oder in Reihe schalten lassen. Alle vier arbeiten an 8 und 4 Ohm. Geführt wird die Reihe in zwei Bereichen, nämlich Stereo-Verstärker für das zweikanalige Modell und Mehrkanal-Verstärker für die drei größeren. Der Unterschied zwischen ihnen liegt in der Zahl der Endstufen in einem Korpus und nicht in der Art der Verstärkung. Bei allen vier lassen sich zwei Kanäle zu einem zusammenfassen, der dann zwischen 150 und 180 Watt liefert; vorgesehen ist das für eine Zone mit höherem Bedarf. Jede so gebrückte Zone fällt dafür als Stereozone weg.

Von zwei bis sechzehn Kanälen

Die Leistungsangaben sind je Modell verschieden und gehören einzeln gelesen. Das zweikanalige Modell liefert 50 Watt je Kanal an 8 Ohm, 75 Watt an 4 Ohm und 150 Watt gebrückt. Das achtkanalige nennt 50 Watt je Kanal an 8 Ohm und 80 Watt an 4 Ohm, jeweils bei 1 Kilohertz, sowie 160 Watt gebrückt an 8 Ohm. Das zwölfkanalige fällt aus der Reihe: Es liefert 45 Watt je Kanal an 8 Ohm, dafür 90 Watt an 4 Ohm und 180 Watt gebrückt, den höchsten Wert der Reihe. Das sechzehnkanalige nennt 50 Watt an 8 Ohm, 80 Watt an 4 Ohm und 160 Watt gebrückt. Auch die Toleranz unterscheidet sich deutlich. Beim kleinsten Modell sind es plus oder minus 0,4 Dezibel, bei den beiden großen plus 1,7 und minus 1 Dezibel und beim zwölfkanaligen plus oder minus 3 Dezibel. Die Toleranzangaben gelten laut Hersteller bei 1 Watt, bei den beiden großen Ausführungen an 8 Ohm und beim zwölfkanaligen an 4 oder 8 Ohm im Full-Range-Betrieb. Für die Auswahl heißt das: Die Kanalzahl entscheidet über das Modell, die Impedanz der angeschlossenen Lautsprecher über die Leistung, und beides gehört zusammen genannt.

Autosensing und Vorrang

Autosensing haben alle, eine Vorrangschaltung hat nur das kleinste Modell, und sie ist der Grund, warum es einzeln in einem Raum sitzt statt im Rack. Der Hersteller beschreibt sie so: Eine lokale Quelle am zweiten Eingang übernimmt automatisch vor der Zuspielung aus der Mehrraumanlage. Praktisch heißt das, dass in einem Zimmer ein eigener Zuspieler stehen darf, der sich beim Einschalten durchsetzt, ohne dass jemand umschaltet. Beim zwölfkanaligen Modell nennt der Hersteller eine andere Ausstattung, die in dieselbe Richtung geht. Dazu gehören zwei Bus-Eingänge, je Zone ein Line-Eingang, ein Pegelregler und eine Eingangswahl. Hinzu kommen ein Audiofilter-Schalter, ein Schalter für Stereo- oder Brückenbetrieb und ein Schalter für den Einschaltmodus. Damit lässt sich eine Mehrzonen-Anlage ohne Software einrichten, nämlich mit Schaltern und Reglern am Gerät. Für den Alltag heißt das zweierlei. Eine Zone lässt sich am Verstärker selbst leiser stellen, ohne dass dafür eine Oberfläche oder eine App gebraucht wird. Und der Einschaltmodus wird am Schalter festgelegt, nicht in einer Datei. Wer eine solche Anlage später übernimmt, findet alle Festlegungen am Verstärker vor. Bei einem Wechsel des Installateurs erspart das jede Suche.

Die i-Ausführung für Europa

Eine Angabe entscheidet über die Bestellung und steht nicht in der Modellbezeichnung. Die Geräte gibt es in zwei Netzvarianten. Für Nordamerika nennt der Hersteller 100 bis 120 Volt bei 60 Hertz, für Europa 220 bis 240 Volt bei 50 Hertz. Die europäische Ausführung trägt ein i am Ende der Bezeichnung. Bestellen Sie also die i-Ausführung, sonst kommt ein Gerät, das hier nicht betrieben werden darf. Zwei weitere Angaben gehören dazu. Die Leistungsaufnahme beträgt maximal 600 Watt beim achtkanaligen, 800 Watt beim zwölfkanaligen und 1.200 Watt beim sechzehnkanaligen Modell; für das kleinste nennt der Hersteller nur den Ruhewert unter 0,5 Watt. Und die Datenlage: Für die beiden großen Modelle liegen Produktblätter mit Stand April 2015 vor. Vertrieben wird diese Reihe in Deutschland und Österreich von der mediacraft AG. Für die Ersatzbeschaffung bedeutet die Netzvariante noch etwas: Wird ein Verstärker nach Jahren getauscht, muss der Buchstabe stimmen, und deshalb gehört die vollständige Bezeichnung in die Unterlagen der Anlage. Und die 1.200 Watt des größten Modells sind eine Zahl für die Elektroplanung, nicht für den Prospekt; eine Mehrfachsteckdose im Schrank reicht dafür nicht aus.