AB-2.2
Manueller A/B-Umschalter für Lautsprecher oder Verstärker, Tischgerät
Diese Reihe löst eine Aufgabe, die in jeder gewachsenen Anlage irgendwann auftritt: Zwei Verstärker sollen dasselbe Lautsprecherpaar ansteuern. Der klassische Fall ist eine Mehrraumanlage, die ein Zimmer mitversorgt, und ein zusätzlicher Verstärker in diesem Zimmer, der dort für besseren Klang sorgen soll. Beide gleichzeitig an dieselben Lautsprecher zu legen ist nicht möglich, und deshalb braucht es ein Bauteil dazwischen. Im Bereich Sonstiges Zubehör sind das diese Umschalter. Es gibt sie in zwei Ausführungen. Die eine arbeitet manuell und wird über Drucktaster bedient; sie kann außerdem den umgekehrten Fall abdecken, also zwei Lautsprecherpaare an einem Verstärker. Die andere arbeitet automatisch: Sie erkennt, wenn an einem der beiden Eingänge ein Signal anliegt, und schaltet selbst um. Der Hersteller nennt als Schwestergerät zusätzlich eine Ausführung für den Unterputzeinbau. Für den Endkunden heißt das ein Zimmer, in dem beide Anlagen auf denselben Lautsprechern laufen können. Planer bekommen ein Bauteil, das auf der Lautsprecherleitung liegt und deshalb in das Lautsprecherschema gehört. Der Fachhandel bekommt eine Antwort auf eine Anfrage, die sonst mit einer Absage endet. Die Reihe ist damit ein Bauteil der Installation und kein Zubehör zum Verstärker.
Die beiden Ausführungen unterscheiden sich in mehr als der Bedienung. Das manuelle Gerät ist ein Tischgerät mit den Maßen 5,5 mal 2,875 mal 3,0 Zoll, also rund 140 mal 73 mal 76 Millimeter. Es verträgt 150 Watt RMS je Kanal, braucht keine Stromversorgung und wird über Drucktaster geschaltet. Das automatische Gerät verträgt 200 Watt je Kanal an 8 Ohm und 100 Watt je Kanal an 4 Ohm. Es braucht eine Versorgung mit 12 Volt Gleichspannung bei 300 Milliampere; ein Netzteil liegt bei. Es hat eine Betriebs- und eine Status-Anzeige und ist nach Herstellerangabe für gängige Verteilerschränke der strukturierten Verkabelung gemacht, weil alle Anschlüsse auf einer Seite liegen. Die Wahl folgt also nicht dem Geschmack: Das manuelle Gerät steht sichtbar im Raum, das automatische verschwindet im Schrank. Für die Montage heißt das zwei verschiedene Orte und zwei verschiedene Leistungen. Prüfen Sie deshalb zuerst, wo das Bauteil sitzen soll, und erst danach, welche Leistung der Verstärker liefert; die Reihenfolge erspart eine falsche Bestellung. Die Steckklemmen sind bei beiden abnehmbar und nehmen Leiter bis 14 AWG auf, also rund 2,5 Quadratmillimeter. Prüfen Sie diesen Querschnitt gegen das verlegte Kabel, weil dickere Leiter dort nicht hineinpassen.
Das automatische Gerät arbeitet mit einer einfachen Regel, und ihre Werte gehören in die Planung. Zwei verstärkte Quellen liegen an. Eine davon ist die Standardquelle, die andere die lokale. Sobald an der lokalen Quelle ein Signal erkannt wird, übersteuert sie die Standardquelle, und nach dem Ende gibt sie sie wieder frei. Die Ansprechschwelle nennt der Hersteller mit mindestens 15 Millivolt, und die Empfindlichkeit ist einstellbar. Die Abschaltverzögerung ist von 0 bis 30 Sekunden wählbar. Diese Verzögerung ist der Wert, der im Betrieb über die Zufriedenheit entscheidet: Bei 0 Sekunden fällt die Anlage zwischen zwei Musikstücken zurück auf die Standardquelle, bei 30 Sekunden bleibt sie in Pausen bei der lokalen. Legen Sie beide Werte bei der Inbetriebnahme fest und halten Sie sie fest, denn sie sind am Gerät eingestellt. Beide Werte sind am Gerät eingestellt und nicht als Datei gesichert. Halten Sie sie deshalb schriftlich fest, denn nach einem Austausch beginnt die Einstellung sonst von vorn und niemand weiß, wie sie vorher war. Entschieden wird das am Hören und nicht am Datenblatt.
Beide Geräte arbeiten mit abnehmbaren Steckklemmen für Leiter bis 14 AWG, beim manuellen Gerät vierpolig und farbcodiert. Das ist für die Montage angenehm, weil die Leitungen am Klemmenblock angeschlossen und erst danach aufgesteckt werden. Eine Grenze gehört ausdrücklich dazu: Diese Geräte schalten verstärkte Signale, also die Leitung zwischen Verstärker und Lautsprecher. Sie ersetzen keinen Umschalter für Quellen vor dem Verstärker und keine Zonensteuerung. Eine zweite Grenze betrifft die Leistung. Die Werte von 150 Watt RMS beziehungsweise 200 Watt an 8 Ohm und 100 Watt an 4 Ohm sind Grenzwerte und keine Empfehlungen. Prüfen Sie sie gegen den tatsächlich angeschlossenen Verstärker. Beim automatischen Gerät liegt die Ansprechschwelle nach Herstellerangabe bei mindestens 15 Millivolt. Diese Reihe kommt für Deutschland und Österreich von der mediacraft AG. Halten Sie je Stelle fest, welche der beiden Quellen als Standardquelle angeschlossen ist. Diese Zuordnung bestimmt das Verhalten der automatischen Ausführung und ist am Gerät selbst nicht zu erkennen. Notieren Sie dazu die eingestellte Empfindlichkeit und die Abschaltverzögerung. Beides steht nirgends außer am Gerät, und beides wird bei einem Servicefall als Erstes gebraucht.