M&K Sound SUR55T
THX-Tripole-Surroundlautsprecher (Surround Series)
Ein Surroundlautsprecher hat eine andere Aufgabe als ein Frontlautsprecher, und diese Reihe löst sie mit einer eigenen Bauweise. Der Hersteller nennt sie THX-Tripole. Dahinter stehen zwei getrennte Abstrahlungen in einem Lautsprecher: Seitlich arbeiten zwei Mittelhochtöner mit 3 Zoll im Dipolbetrieb, also gegenphasig und damit diffus in den Raum. Nach vorn arbeitet ein Mitteltieftöner mit 5,25 Zoll direkt. Beides zusammen deckt ab, was ein Surroundkanal leisten muss. Das Diffuse trägt die Atmosphäre eines Films, also Regen, Hall oder Menschenmengen, und es soll sich nicht lokalisieren lassen. Das Direkte trägt Effekte, die hörbar von hinten kommen müssen. Mit einem rein diffusen Dipol fehlt das Zweite, mit einem rein direkten Lautsprecher das Erste. Im Bereich der Wandlautsprecher ist das deshalb die Bauform für ein Heimkino und nicht für Musik in mehreren Zonen. Für den Endkunden heißt das ein Surroundkanal, der den Raum füllt, ohne dass man nach dem Lautsprecher sucht. Planer und Architekten betrifft vor allem die Lage, denn sie ist bei dieser Bauform vorgegeben. Der Fachhandel bekommt ein Argument, das sich in zwei Sätzen erklären lässt. Die Bauform ist damit keine Variante, sondern eine Entscheidung über die Nutzung des Raums. Wer hinten vor allem Film hört, liegt richtig; wer dort Mehrkanalmusik in den Mittelpunkt stellt, sollte eine direkt strahlende Bauform vergleichen.
Vier Angaben bestimmen den Einsatz. Die erste ist der Bereich von 80 Hertz bis 20 Kilohertz, als Raummittelung mit plus oder minus 3 Dezibel. Den Abfall nennt der Hersteller mit minus 6 Dezibel bei 80 Hertz im Nahfeld. Daraus folgt die Trennfrequenz: 80 Hertz, und alles darunter übernimmt der Subwoofer. Dieser Lautsprecher ist also nicht für den Betrieb ohne Subwoofer gedacht. Die zweite Angabe ist die Belastbarkeit von 55 Watt. Das ist bewusst niedrig, und es passt zur Aufgabe, denn ein Surroundkanal arbeitet selten auf dem Pegel der Front. Die dritte ist die Impedanz von 4 Ohm, die vierte der Wirkungsgrad von 85 Dezibel bei 2,83 Volt auf einen Meter. Zusammen heißt das: Der Verstärkerkanal muss an 4 Ohm arbeiten dürfen, braucht aber keine große Leistung. Prüfen Sie den vorgesehenen Verstärkerkanal auf beides: auf die Freigabe für 4 Ohm und auf eine Leistung, die zu 55 Watt Belastbarkeit passt. Ein Kanal mit 150 Watt ist an diesem Lautsprecher keine Reserve, sondern eine Fehlanpassung, die bei einer Einmessung nicht auffällt. Halten Sie alle vier Werte zusammen fest, weil sie nur gemeinsam eine Auslegung ergeben.
Der Hochtöner ist nach Herstellerangabe ein Hochleistungstyp mit belüfteten Schwingspulen und einem integrierten Waveguide. Beides zielt auf denselben Zweck: Belüftete Schwingspulen führen Wärme ab und erlauben damit höhere Dauerlast an der kritischen Stelle, und ein Waveguide bestimmt, in welchen Winkel der Schall abgegeben wird. Bei einem Surroundlautsprecher, der nahe an einer Wand und oft über Ohrhöhe sitzt, ist diese Richtwirkung keine Nebensache. Dazu nennt der Hersteller eine Resonanzdämpfung im Korpus. Der Hersteller entwickelt und fertigt in Dänemark. Sichtbar bleibt davon ein gewölbtes Metallgitter, das der Hersteller als konvexe Metallfront beschreibt, und die Ausführung in Schwarz. Die Maße betragen 259 Millimeter in der Höhe, 178 in der Breite und 221 in der Tiefe, das Gewicht 4,7 Kilogramm. Für eine Wandmontage ist das eine Last, die ein geeigneter Dübel trägt. Für die Montage heißt das eine Last von 4,7 Kilogramm an einer Seitenwand über Ohrhöhe. Das Befestigungsmittel richtet sich nach dem Untergrund, also nach Trockenbau, Mauerwerk oder Vorsatzschale, und gehört je Stelle festgelegt. Die Resonanzdämpfung im Korpus nennt der Hersteller ohne weitere Angabe; sie ist als seine Aussage zu übernehmen und nicht als geprüfter Wert.
Diese Reihe steht nicht allein. Der Hersteller führt sie als Surroundpartner der 750er-Familie, und das ist die Angabe, die über ihren Einsatz entscheidet. Wer vorn Lautsprecher dieser Familie verwendet, bekommt hinten einen abgestimmten Partner mit derselben Herkunft und einer passenden Charakteristik. Wer vorn eine andere Reihe einsetzt, sollte die Kombination hören, bevor er sie bestellt; eine Zusage zur Abstimmung über Reihen hinweg gibt der Hersteller nicht. Zwei Dinge gehören deshalb vor die Bestellung. Erstens die Frage nach den Frontlautsprechern. Zweitens die Zahl: Für ein 5.1-System werden zwei Lautsprecher dieser Art gebraucht, für ein 7.1-System vier, und sie sind einzeln zu bestellen. Für Deutschland und Österreich liefert die mediacraft AG diese Reihe. Halten Sie je Raum fest, wie viele davon und an welcher Stelle hängen. Notieren Sie dazu die Montagehöhe, weil sie bei zwei oder vier Stellen in einem Raum gleich sein soll und nach dem Ausbau nicht mehr nachzumessen ist. Zwei Zeilen je Raum genügen für diesen Nachweis, und sie ersparen bei einer Erweiterung eine Messung.