PH2 Projektorhalterung
In-Wall-Projektorhalterung mit Klappmechanik fürs Heimkino (Projector Mount)
Ein Heimkino-Projektor hängt normalerweise an der Decke oder fährt aus ihr heraus. Beides setzt voraus, dass die Decke das hergibt. Es gibt genug Räume, in denen sie das nicht tut. Ein Dachgeschoss mit Schräge, eine Betondecke ohne Hohlraum, ein Glasdach, ein Unterzug genau an der falschen Stelle. Dazu eine Stuckdecke unter Denkmalschutz oder eine Mietwohnung, in der nichts aufgeschnitten werden darf. Für diese Fälle ist diese Lösung gebaut. Der Projektor sitzt in einer geschlossenen Rückbox in der Wand und klappt zum Betrieb heraus, mit einer Scharnierbewegung und einem Klappwinkel bis 90 Grad. Danach fährt er zurück, und die Wand ist wieder geschlossen. Im Vergleich dazu sind die Projektor-Halterungen und Projektor-Lifte für die Decke die übliche Wahl; dieses Bauteil ist die Ausnahme für den Fall, dass die Decke ausfällt. Für den Endkunden heißt das Heimkino in einem Raum, der dafür nicht gebaut war. Planer und Architekten bekommen eine Wandaufgabe statt einer Deckenaufgabe. Zu beachten ist dabei eines: Dieses Bauteil ersetzt keinen Lift, sondern eine Halterung. Es hebt den Projektor nicht aus einer Decke, sondern schwenkt ihn aus einer Wand, und deshalb liegt die Projektionsachse anders als bei einer Deckenlösung. Diese Geometrie gehört vor die Festlegung der Öffnung.
Vor jeder weiteren Überlegung stehen zwei Angaben des Herstellers, und beide sind harte Grenzen. Die erste ist die Traglast von bis zu 15 Kilogramm. Das deckt die meisten Heimkino-Projektoren ab, aber nicht alle: Große Modelle mit drei Chips und starker Lichtleistung liegen darüber, und dann ist diese Lösung ausgeschlossen. Die zweite ist das zulässige Maß des Projektors mit 480 Millimetern Breite, 220 Millimetern Höhe und 470 Millimetern Tiefe. Prüfen Sie beide Werte am konkreten Modell und nicht an einer Modellreihe, weil Nachfolger regelmäßig größer werden. Aufgenommen wird der Projektor auf einem universellen Aufnahmegitter aus Aluminium, das nicht auf ein bestimmtes Modell festgelegt ist; damit bleibt ein späterer Wechsel möglich, solange Gewicht und Maß passen. Vorgesehen ist das Bauteil ausschließlich für den Innenbereich. Eine Anwendung im Freien oder in einem feuchten Raum nennt der Hersteller nicht. Prüfen Sie zusätzlich, ob der Projektor seine Anschlüsse auf der Rückseite oder an der Seite trägt. In einer geschlossenen Rückbox bestimmt das, wie die Leitungen geführt werden, und bei 470 Millimetern zulässiger Tiefe zählt jeder Stecker mit. Fragen Sie im Zweifel beim Hersteller nach. Halten Sie beide Grenzwerte im Projektblatt fest.
Bewegt wird über eine externe Steuerbox, die nicht im Bauteil selbst sitzt und deshalb einen eigenen Platz braucht. Angesteuert wird sie über RS232, über eine Kontaktschließung oder über Infrarot; eine Funklösung nennt der Hersteller als Option. Diese drei Wege decken alles ab, was in einem Heimkino üblich ist: die Einbindung in eine Steuerung über RS232, ein einfacher Schaltkontakt aus der Gebäudetechnik oder eine Handfernbedienung. Legen Sie den Weg vor dem Einbau fest, weil davon die Leitungen abhängen. Für die Versorgung nennt der Hersteller 240 oder 110 Volt, eine Aufnahme von höchstens 110 Watt und 3 Watt im Ruhezustand. Die Kabelführung ist vollständig im Bauteil geführt, sodass im ausgefahrenen Zustand keine Schlaufe sichtbar wird. Der Einbau erfolgt in die Wand, und die Rückbox ist geschlossen. Die Maße der Öffnung entnehmen Sie dem technischen Datenblatt des Herstellers. Prüfen Sie außerdem die Lüftung des Projektors im eingeklappten Zustand. Der Hersteller nennt eine geschlossene Rückbox, und ein Projektor, der nach dem Ausschalten nachkühlt, sollte nicht sofort hinter einer zugeklappten Fläche stehen. Diese Frage gehört an den Hersteller und nicht an den Monteur.
Geliefert wird in Schwarz nach RAL 9005, lackiert, und der Hersteller nennt Sonderfarben als möglich. In einem Heimkino ist Schwarz meist richtig. In einem Wohnraum mit heller Wand fällt eine dunkle Fläche dagegen auf, und dort lohnt die Frage nach der Sonderfarbe vor der Bestellung. Zwei Punkte gehören ebenso vorher geklärt. Der erste ist die Steckdose in der Wandöffnung, denn 240 oder 110 Volt müssen dort ankommen. Der zweite ist der Platz für die externe Steuerbox samt Leitung dorthin. Beides liegt vor dem Verschließen der Wand und ist danach nur mit Aufbruch zu ändern. In Deutschland und Österreich wird diese Lösung über die mediacraft AG bezogen; dort gibt es Auskunft zur Traglast, zum Projektormaß, zur Sonderfarbe und zur Steuerung. Halten Sie am Ende fest, welcher Projektor eingebaut ist und wie groß er ist. Notieren Sie dazu das Gewicht und die Steuerungsart. Bei einem Wechsel in einigen Jahren sind das die ersten drei Angaben, die gebraucht werden, und sie stehen in keinem Plan. Ein Blatt im Ordner genügt. Die Steuerbox gehört mit ihrem Standort dazu.