Concert XR-8S
8K-AV-Receiver, 9.1.6-Decoding (7 interne Endstufen)
Die Concert Serie besteht aus einem Modell, und das ist für den Bereich der AV-Receiver und AV-Prozessoren eine bewusste Zuspitzung. Gedacht ist es für das Heimkino, in dem ein Prozessor plus Endstufen zu viel Platz und zu viel Abstimmung verlangt. Dekodiert werden bis zu 9.1.6 Kanäle, also eine Anlage mit sechs Höhenkanälen, in den Formaten Dolby Atmos, DTS:X, IMAX Enhanced und Auro-3D. Sieben Endstufen sind eingebaut und liefern je 120 Watt an 8 Ohm oder 200 Watt an 4 Ohm. Für eine Anlage mit sieben Lautsprechern ist damit alles beisammen; für mehr Kanäle kommen Endstufen hinzu, und die Vorverstärkerausgänge sind dafür vorhanden. Für den Endkunden heißt das ein Gerät statt eines Schranks. Planer und Fachhandel bekommen eine Lösung, bei der Kanalzahl und Leistung aus einer Hand stammen und nicht zusammengesucht werden müssen. Architekten interessiert vor allem die Bauform: 432 mal 186 mal 445 Millimeter bei 18,3 Kilogramm, also vier Höheneinheiten in einem Rack oder ein tiefes Fach in einem Möbel. Der Hersteller nennt für die Reihe ausdrücklich den Einsatz im Heimkino und nicht die Hintergrundbeschallung. Das zeigt sich an der Formatliste und an der Zahl der Endstufen. Für eine Anlage mit mehr Kanälen ist es die Grundlage und nicht die vollständige Lösung.
Die Zahlenfolge 9.1.6 bedeutet neun Kanäle auf Ohrhöhe, einen Subwoofer und sechs Kanäle über den Köpfen. Das ist mehr, als die meisten Anlagen nutzen, und es lohnt eine Rechnung vor dem Kauf. Sieben Kanäle treibt das Gerät selbst, alle weiteren brauchen eine eigene Endstufe. Wer eine Anlage mit sieben Lautsprechern und einem aktiven Subwoofer plant, kommt ohne Zusatz aus. Wer vier Deckenkanäle und eine Front aus drei Lautsprechern will, liegt bei sieben und bleibt ebenfalls im Rahmen. Erst darüber wird es eine zweite Position. Die Leistung von 120 Watt an 8 Ohm und 200 Watt an 4 Ohm reicht für Einbaulautsprecher gewöhnlicher Größe und auch für größere Modelle, solange die Hörabstände im Rahmen bleiben. Prüfen Sie die Last Ihrer Lautsprecher, bevor Sie die Kanäle verteilen, denn an 4 Ohm steigt die abgegebene Leistung, und die Belastung des Geräts steigt mit. Halten Sie je Kanal fest, welcher Lautsprecher dort liegt. Ein aktiver Subwoofer zählt bei dieser Rechnung nicht mit, weil er seine Endstufe mitbringt. Ein passiver Subwoofer dagegen belegt einen Kanal, und das verschiebt die Grenze um eine Position nach unten. Tragen Sie die Zahl der Kanäle deshalb mit dem Subwoofer in einer Zeile ein.
Auf der Bildseite arbeitet das Gerät mit HDMI 2.1 und ist für 8K ausgelegt. Sieben Eingänge und drei Ausgänge stehen bereit, dazu eine zweite Zone mit eARC, über die sich der Ton eines Fernsehers in einen anderen Raum führen lässt. Für eine Anlage mit Projektor und Fernseher am selben Gerät sind drei Ausgänge der entscheidende Punkt, weil beide Wege parallel verkabelt bleiben können. Auf der Tonseite sitzt ein Wandler vom Typ ES9026PRO SABRE mit einem angegebenen Störabstand von 124 Dezibel. Hörbar wird davon weniger als die Zahl verspricht; wichtiger ist, was danach kommt. Dirac Live gehört zum Umfang, und das ist die eigentliche Besonderheit in dieser Klasse. Mit dieser Einmessung wird der Raum korrigiert, nicht der Lautsprecher, und in einem Heimkino entscheidet der Raum über das Ergebnis. Rechnen Sie dafür einen Termin ein. Dazu kommen die üblichen Netzwerkwege: AirPlay 2, Chromecast, Bluetooth mit aptX HD, Roon Ready und MQA. Eine Messung ohne Protokoll ist für eine Übergabe wenig wert; halten Sie die Einstellungen schriftlich fest. Nach einem Software-Wechsel ist diese Notiz der schnellste Weg zurück zum eingemessenen Zustand. Gemessen wird mit dem beiliegenden Verfahren und nicht nach Gehör.
Drei Punkte gehören vor die Entscheidung. Erstens der Platz: vier Höheneinheiten bei 445 Millimetern Tiefe, dazu Zugabe für Stecker und Biegeradien. Rechnen Sie 18,3 Kilogramm auf die Ebene, auf der das Gerät liegt, und sehen Sie Luft über und unter dem Platz vor, weil sieben Endstufen in einem Gehäuse Wärme abgeben. Zweitens die Kanalzahl: Sieben Endstufen sind eingebaut, mehr Kanäle verlangen eine zusätzliche Stufe, und diese Position gehört von Anfang an in die Rechnung. Drittens die Quelle der Angaben: Die Produktseite des Herstellers ist für diese Reihe nur noch als Archivfassung erreichbar, weil die Heimlinie umgezogen ist. Für Deutschland und Österreich liefert die mediacraft AG; sie unterstützt Fachhandel, Installateure, Architekten und Planer bei der Kanalverteilung, bei der Frage nach zusätzlichen Endstufen und bei der Planung des Technikschranks. Halten Sie die Kanalzuordnung und die Dirac-Einmessung in den Unterlagen fest. Nehmen Sie zusätzlich auf, über welche Leitung das Bild zum Projektor geführt wird, weil 8K über Kupfer nur begrenzt trägt. Diese Entscheidung fällt mit dem Rohbau und nicht beim Anschließen. Ein Rohr mehr im Rohbau kostet wenig und erspart eine offene Wand.